Xennials – Vermittler zwischen den Welten.

Menschen suchen nach Ordnung und Struktur. So beschäftigen sich z.B. Soziologen, Philosophen und Wirtschaftswissenschaftler gerne mit der Suche, Definition und Benennung von Generationen.

Auf die Baby-Boomer (geboren nach dem zweiten Weltkrieg bis 1965) folgte die Generation X (1965 – 1980), in Deutschland auch Generation Golf genannt, und darauf die Generation Y (1980 – 2000), auch Millenials genannt. Aktuell wächst Generation Z (2000-2015) heran. Welcher Buchstabe/Zahl/Zeichen wohl als nächstes kommt?

Wie auch immer, zu diesen Begriffen wurde bereits erschöpfend viel geschrieben und geredet. Mir geht es weder um die Korrektheit dieser Beschreibungen noch um nostalgisches Schwelgen in der Vergangenheit, sondern um ein interessantes Phänomen zwischen der Generation X und den Millenials.

Als Mensch mit Jahrgang 1980 befinde ich mich nämlich genau im Sandwich, am Kulminationspunkt dieser beiden Gruppen.

Mikro-Generation Xennials

Unterschiedliche Quellen haben in letzter Zeit den Begriff Xennials kreiert und beschrieben, eine Mischung aus „X“ und „Millenials“, geboren ca. 1977-1983. Was mich daran am meisten fasziniert ist folgende Kurz-Definition:

Analoge Kindheit – digitale Jugend

Das bringt es auf den Punkt. Ich bin weder Digital Immigrant (vor 1980) noch Digital Native (nach 1980), sondern eben beides. Ich kenne sowohl „die alte Welt“, bevor Technologie in beinahe sämtliche Lebensbereiche eindrang, als auch „die neue, digitale Welt“, die nach wie vor entsteht und immer mehr Menschen verunsichert.

Diese kleine Kohorte schlägt eine äusserst wertvolle Brücke zwischen dem aktuellen Management vieler Unternehmungen (Generation X oder Baby-Boomer) und den nachrückenden Millenials mit ihrem technik-affinen Lebensstil.

Denn Xennials sind das Beste aus beiden Welten: Sie mussten sich noch Telefon-Nummern merken können, Termine einhalten und selber kreativ sein, wenn nichts ansprechendes im TV kam (es gab ja noch kaum andere elektronische Unterhaltung, von Games mal abgesehen).

Gleichzeitig kamen in ihrer Jugendzeit das Internet, MS Office, Smartphone, SMS, Chat und viele weitere Online- und Webservices (z.B. auch Social Media) auf.

Ideale Projektleiter und Führungspersonen

Aufgrund dieses speziellen Skill-Sets können aus Xennials hervorragende Projektleiter und Führungspersonen werden, da sie einerseits die Bedürfnisse und Denkweise der Generation X und der Baby-Boomer sehr gut kennen und andererseits die neuen digitalen Möglichkeiten realistisch einschätzen und anwenden können.

Ohne blindes Technikvertrauen. Dafür mit Biss und Ausdauer, da sie noch nicht mit sofortiger Bedürfnisbefriedigung (content on demand) sozialisiert wurden. Somit verfügen sie in der Regel auch über eine gesunde Portion Überforderungsbewältigungskompetenz und idealerweise auch Ambiguitätstoleranz.

Mit einem Durchschnittsalter von 38 Jahren (Stand 2018) haben Xennials bereits 15-20 Jahre Arbeitserfahrung gesammelt und stehen soziodemographisch betrachtet „Mitten im Leben“, was ein umfassendes Verständnis für unterschiedliche Zielgruppen und Bedürfnisse zur Folge hat.

Als Vermittler zwischen den Welten sind sie von unschätzbarem Wert, sei es in der Wirtschaft, Politik oder der Gesellschaft ganz allgemein.

 

 

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