VUCA – Orientierung in komplexen Zeiten

Ursprünglich eingeführt vom US Army War College nach dem Kalten Krieg, um die „neue, komplexe Weltordnung“ zu erklären, kann uns VUCA (ein Akkronym für volatility, uncertainty, complexity and ambiguity) auch heute noch wertvolle Dienste leisten.

Denn unsere Welt und unsere Herausforderungen lassen sich mit diesen vier Begriffen zweckdienlich kategorisieren. Und es lassen sich auch Antworten und Instrumente definieren, die uns helfen, mit VUCA konstruktiv umzugehen. Doch zuerst folgt eine kurze Einleitung.

Volatilität (volatility)

Flüchtigkeit. Wir leben in einer Welt, die sich ständig verändert, instabiler wird und in der kleine oder gravierende Veränderungen unvorhersehbarer werden – und zwar immer drastischer und immer schneller. Ereignisse verlaufen völlig unerwartet und das Verstehen von Ursache und Wirkung wird mitunter unmöglich.

Ungewissheit (uncertainty)

Unsicherheit. Vorhersehbarkeit und Berechenbarkeit von Ereignissen nehmen rapide ab, Prognosen und Erfahrungen aus der Vergangenheit als Grundlage für die Gestaltung von Zukunft verlieren ihre Gültigkeit und Relevanz. Planung von Investitionen, Entwicklungen und Wachstum wird fast unmöglich. Immer weniger ist klar, wohin die Reise geht.

Komplexität (complexity)

Unsere Welt ist komplexer denn je. Was ist die Ursache? Was die Wirkung? Probleme und deren Auswirkungen werden vielschichtiger und schwerer zu verstehen. Es vermischen sich die verschiedenen Ebenen und machen Zusammenhänge unübersichtlicher. Entscheidungen werden zu einem nicht mehr steuerbaren Geflecht aus Reaktion und Gegenreaktion. Die Entscheidung für den einen richtigen Weg ist kaum möglich. Wichtig ist auch die Unterscheidung zwischen komplex und kompliziert.

Ambiguität (ambiguity)

Mehrdeutigkeit. „One fits all“ und „best practice“ war gestern – selten ist etwas ganz eindeutig oder ganz exakt bestimmbar. Nicht nur schwarz und weiss, sondern auch grau ist eine Option. Die Anforderungen an Organisationen und Führung von heute sind widersprüchlicher und paradoxer denn je und stellen das persönliche Wertesystem komplett auf die Probe. Das „Was?“ tritt hinter dem „Warum?“ und dem „Wie? zurück. Entscheidungen fordern Mut, Bewusstheit und Fehlerfreudigkeit.

Konsequenzen

Für Unternehmen

In der VUCA Welt von heute bleiben weder Leadership noch Strategien in Organisationen verschont. Erfahrungen, Glaubenssätze und Paradigmen kommen auf den Prüfstand, da es nicht mehr „den einen Weg“ oder „das Führungsinstrument“ gibt. Individualität löst Standard ab.

Für Führungskräfte

Als Führungskraft entscheiden Sie ganz wesentlich über die Rahmenbedingungen, die es Ihrer Organisation ermöglichen zu agieren. Das Mehr an Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Mehrdeutigkeit verlangt von Ihnen und Ihrem Unternehmen, sich anders auszurichten und mit neuem Führungsverhalten unter veränderten Bedingungen für gute Ergebnisse zu sorgen.

Die VUCA Welt fordert Sie auf, Ihren eigenen Weg zu finden, die Psycho-Logik zu verstehen und empathisches Verhalten zu entwickeln – oder kurz: sich mehr mit den Menschen und deren Bedürfnissen zu beschäftigen. Sinn und Zweck rücken in den Mittelpunkt unternehmerischen Handelns.

Mögliche Antworten und Lösungen

Wie lässt sich dies nun im konkreten Arbeitsalltag umsetzen? Wie kann man den Herausforderungen begegnen? Es folgen einige Ansätze.

Volatilität  ⇒  Vision

Die Geschwindigkeit und Dynamik unserer Arbeitswelt lässt sich nicht aufhalten. Doch man kann ihr mit etwas begegnen, dass sowohl Mitarbeitenden als auch Kunden und allen weiteren Stakeholdern Sicherheit und Orientierung gibt: Eine Vision.

Ungewissheit  ⇒  Verstehen

Anerkennen, dass man nicht alles weiss, aber alles daran setzt, diesen Umstand mit vernünftigem Aufwand zu beheben. Breiteres Verständnis schaffen, Zusammenhänge aufzeigen, unterschiedliche Ansätze und Sichtweisen aufzeigen. Und somit das Verstehen fördern. Eine hilfreiche Fähigkeit dabei ist sicher die „Überforderungsbewältigungskompetenz„.

Komplexität  ⇒  Klarheit

Wie bereits früher in meinem Blog ausgeführt, kann Komplexität nicht immer vereinfacht werden. Aber man muss für möglichst viel Klarheit sorgen. Sei es mittels Kreativitäts-Techniken, flexibler Denkansätze oder zielführender Fokussierung.

Ambiguität  ⇒  Agilität

Der Mehrdeutigkeit begegent man am besten, im dem man flexibel und beweglich bleibt. Sich nicht starr auf Bestehendes verlassen, sondern besser wie ein gesunder (beweglicher) Baum mit dem Wind mitschwingen. Denn ist der Ast zu steif, wird er früher oder später brechen. Lesen Sie hierzu auch meinen Beitrag zurAmbiguitätstoleranz„.

Meine Dienstleistung

Gerne unterstütze ich Sie als Berater oder Projekleiter beim Umgang im komplexen, kommunikativen Herausforderungen. Ich freue mich auf Ihre Anfrage.

 

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