Ganzheitlich kommunizieren – mit Hirn, Herz und Hand.

Damit Komplexität in der Kommunikation erfolgreich gemeistert werden kann, muss man sich zwangsläufig auch mit pädagogischen Fragen auseinandersetzen.

Als Absender* von (komplexer) Kommunikation habe ich gegenüber meiner Zielgruppe ja automatisch einen Informationsvorsprung. Wie gelingt es mir, meine Inhalte verständlich und ansprechend zu gestalten, damit diese beim Empfänger* etwas auslösen?

* Das simple „Absender-Empfänger-Modell“ entpricht nicht meinem persönlichen Verständnis von Kommunikation. Ich verwende es hier trotzdem, da es hilft, die Fragestellung zu veranschaulichen.

Ganzheitliches Konzept von Pestalozzi

Als verantwortungsvoller Vater began mich diese Frage vor einigen Jahren auch privat zu interessieren. Eine inspirierende Antwort fand ich im Werk des Schweizer Pädagogen Johann Heinrich Pestalozzi. Vereinfacht gesagt geht es um folgenden Dreiklang: Hirn, Herz, Hand.

Sein Ziel war ein ganzheitliches, handlungsorientiertes Konzept, das der Art und Weise, wie wir Menschen Informationen aufnehmen, gerecht wird. Im Zusammenhang mit komplexer Kommunikation also sinngemäss:  

Hirn (kognitiv):

Verständlich machen, Struktur und Orientierung geben. Klarheit, Logik und Relevanz sicherstellen. Sind die Ziele bekannt und sinnvoll? Sind die Inhalte logisch und strukturiert? Die Zielgruppe zielführend beschrieben? Hier können Modelle aus der Management- und Betriebswirtschaftslehre zur Anwendung kommen.

Es geht um Themen wie Strategie, Konzept, Planung und Führung.

Herz (affektiv):

VerSinnlichen und anSprechend aufbereiten, das Ganze in eine Geschichte verpacken, die Emotionen auslöst, sei es z.B. eine Metapher, eine Komödie oder ein Spiel. Hier kommen Story-Telling, sprachliche Stilmittel oder kraftvolle Bilder zum Einsatz.

Es geht um Themen wie Kreation, Emotion, Kampagnen-Ideen, Visuals.

Hand (konativ):

VerMitteln, sprich mittels Wahl des geeignetsten Mittels (Medium) die Botschaft überbringen, sei es z.B. ein Bild, ein Video oder ein gutes Stück Text. Hier wurzelt auch die Aussage „the medium is the message“ des Medienforschers Marshall McLuhan. Diese besagt, dass es stark darauf ankommt, mit welchem Medium (Kanal) man etwas kommuniziert. Eine SMS hat nicht dieselbe Bedeutung wie ein handgeschriebener Brief.

Es geht um Themen wie handwerkliche Qualität, gutes Projektmanagement, realistische und zielführende Umsetzung.

Ursprünge in der Rhetorik des Aristoteles

Interessanterweise findet sich ein ganz ähnlicher Ansatz in Aristoteles‘ Rhetorik: Er unterschied drei Überzeugungsmittel, d. h. drei Arten, wie eine Überzeugung zustande kommen kann:

  1. Das Argument (Logos)
  2. Der Charakter des Redners (Ethos)
  3. Die Emotionen des Publikums (Pathos)

Sinngemäss kann Logos dem Hirn, Ethos dem Herz und Pathos der Hand zugeordnet werden. Dieser Dreiklang kann um folgende zwei weitere Konzepte aus der grichischen Philosophie erweitert werden:

  • Kairos (der richtige Moment): Wann kommuniziere ich mit meiner Zielgruppe?
  • Telos (Zweck, Ziel): Was ist der grössere Zweck, Zusammenhang oder das Ziel der Kommunikation?

Diesem Vorgehen entspricht heute das Konzept der inhaltlich, formal, sprachlich und zeitlich integrierten Unternehmenskommunikation, welches meinen Grundstein für die professionelle Kommunikations-Arbeit legte.

Zusammenhang mit meinen Werten

Betrachte ich meine drei Kernwerte konstruktiv, empathisch und realistisch durch die Brille von Pestalozzi’s Dreiklang, stelle ich fest, dass sich auch diese einander zuordnen lassen:

  • konstruktiv entspricht dem Hirn
  • empathisch entspricht dem Herz
  • realistisch entspricht der Hand

Meine Kunden erhalten so die Gewissheit, dass sie von einer ganzheitlichen Kommunikation profitieren, die Komplexität meistert.

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