Shift in Skills – Verschiebung der Fähigkeiten.

In letzter Zeit beobachte ich eine sich Anbahnende Verschiebung der Skills, die wir zukünftig in den Arbeitsmarkt einbringen (sollten). Ich empfinde diese als sinnvoll, weshalb ich etwas näher darauf eingehen will.

Zu Beginn unserer beruflichen Laufbahn werden wir für unsere fachlichen Fähigkeiten (hard skills) eingestellt. Es geht um die Dinge, die wir in der Berufslehre oder im Studium erlernt haben.

Wenn man sich dann weiterentwickelt, sind laufend weitere, andere Fähigkeiten gefordert, was einem zwar niemand explizit sagt (ausser man hat einen guten Mentor), man aber beobachten kann. Das führt zu einer wichtigen Erkenntnis:

Diejenigen Fähigkeiten, die Dich in den Job gebracht haben, sind nicht diejenigen Fähigkeiten, die zu deiner Beförderung führen.

Natürlich soll man sein Fachwissen pflegen und weiterentwickeln. Aber das Weiterkommen könnte länger dauern oder sogar gar nicht stattfinden. Wer nicht weiterkommen will, kann hier aufhören mit lesen.

Verschiebung der Fähigkeiten hin zu soft skills

Für alle anderen gilt: Soft skills weiterentwickeln! Klar, das ist noch keine neue Erkenntnis. Aber hoffentlich die folgenden Konkretisierungen.

Wenn man die Umsetzungsstärke analysiert, kristallisieren sich einige Attribute heraus, die untenstehend als Frage formuliert sind: 

Hier zeigt sich bereits, dass der Beitrag der hard skills zum Erfolg in der Tendenz abnimmt.

Was ich als Sympathie bezeichne, wird im englischen etwas präzisier als „likeability at work“ bezeichnet. Es geht nicht nur darum, dass man als Mitarbeitender gut in die Umgebung passt, sondern auch darum, dass man sich um andere kümmert, Erfolge (mit)teilt und sein Netzwerk pflegt. Die Analyse wiederum in Frageform:

Die hard skills sind verschwunden. Und diese Verschiebung akzentuiert sich, wenn wir explizit „Führungs-Fähigkeiten“ hinzunehmen. Diese können wie folgt dargestellt werden:

In allen von uns schlummern grundsätzlich alle Fähigkeiten, aber natürlich sehr unterschiedlich ausgeprägt.

Wie umsetzen?

Schön und gut, aber wie bringt mir das jetzt einen Mehrwert? Hier der 3-Schritte-Plan:

  1. Selbsterkenntnis. Sie sei der erste Schritt, sagt man, und das stimmt. Bei welchen der oben genannten Fähigkeiten bin ich stark, wo noch nicht? Welche soll ich weiterentwickeln, und wie soll ich das priorisieren? Wenn Sie die Antworten auf diese Fragen haben, geht es weiter.
  2. Gespräch mit dem Vorgesetzten. Transparenz schaffen: Ich möchte mich weiterentwickeln, möchte weiterkommen. Welche Fähigkeiten braucht es aus Sicht des Vorgesetzten dazu? Wie können diese weiterentwickelt werden? Wo? Wann?
  3. Learning on the job. Schauen Sie sich um, wo und wie Sie Fähigkeiten in Ihrem Arbeitsalltag trainieren können. Falls Sie zukünftig „etwas mehr“ tun werden, stellen Sie sicher, dass Ihr Vorgesetzter Sie unterstützt, nicht dass Sie am Schluss ihre „eigentlichen“ Pflichten vernachlässigen.

Gegenwind

Wenn Ihr Vorgesetzter der Meinung ist, dass Sie zuerst weiterhin ihre hard skills weiterentwickeln sollen, kann das mehrere Dinge bedeuten:

Entweder Sie sind auf Ihrem Berufsweg tatsächlich noch zu wenig erfahren, und müssen Ihre Fachkenntnisse noch etwas ausbauen. Das ist zu Beginn einer Laufbahn völlig normal.

Oder Sie sind in einem Arbeitsumfeld, in dem Fachwissen (oder schlimmer: Dauer der Betriebszugehörigkeit) höher gewichtet wird und eher zu Beförderungen führt. Dann müssen Sie sich fragen, ob das für Sie stimmt und ob Sie überhaupt weiterkommen möchten, denn je weiter Sie kommen, umso weniger wird es um die Menschen gehen.

Oder Ihr Vorgesetzter schätzt Sie nicht richtig ein, mag Sie nicht, oder will nicht, dass Sie weiterkommen. Dann müssen Sie sich fragen, ob die Zeit für oder gegen Sie spielt, denn der Kampf gegen Windmühlen ist auch 400 Jahre nach Erscheinen des Romans „Don Quijote“ anstrengend und wenig aussichtsreich.

 

 

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