Job, Stelle, Beruf – Eine kurze semantische Betrachtung.

Was auf den ersten Blick oft dasselbe meint („Wo bist Du tagsüber und was tust Du dort?“) entpuppt sich bei näherer Betrachtung als vielschichtiger und komplexer:

Das Wort Job ist – offensichtlich – aus dem Englischen übernommen und meint eher „Womit verdienst Du Dein Geld?“ Der Zeithorizont ist eher temporärer Natur.

Bei der Stelle geht es eher um die hierarchische Verortung in einer Organisation. Das Wort ist eher betriebswirtschaftlich geprägt, weshalb bei Entlassungen oft von Stellenabbau gesprochen wird. Die Stelle ist somit zwangsläufig ebenfalls einer gewissen Volatilität unterworfen, was den Zeithorizont auch eher am kurzen Ende vermuten lässt.

Der Beruf jedoch, das ist etwas anderes. Das sieht man sehr schön bei eher spirituelleren Tätigkeiten, denn hier geht es um das Verspüren eines inneren Rufes zu einer bestimmten Lebensaufgabe. Man tut etwas nicht des Geldes oder des Status wegen, sondern weil man innerlich angetrieben wird.

Aus betrieblicher Sicht entfallen somit ganz viele Elemente, die man üblicherweise etablieren und pflegen muss: Vision, Mission, Leitbild, Qualitäts-Standards und so weiter, denn:

Menschen, die ihre Berufung gefunden haben, spüren von alleine, was richtig und zielführend ist. Sie brauchen keine (externe) Vision, der sie folgen sollen, sondern sie werden durch ihre innere Stimme angetrieben.

In einer idealen Welt könnten alle Menschen ihrer Berufung nachgehen: Das tun, was sie gut können, gerne tun und damit anderen Menschen einen Dienst erweisen. Das lässt sich mit unserer aktuellen Arbeitswelt zurzeit nicht wirklich vereinbaren. Aber die Welt wäre ein besserer Ort.

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